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Als Estrich bezeichnet man
den Bodenaufbau unter dem Belag. Dazu können Folien, Dämmstoffe,
Randstreifen und die Estrichplatte gehören. Der Begriff
wird also sowohl für den Estrichaufbau, wie auch für
die Estrichplatte allein, verwendet. Nach dem Willen der EU
- Kommission sollen zukünftig auch Spachtelungen als Estrich
bezeichnet werden.
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Die meisten der von uns hergestellten
Estriche bestehen aus:
Zuschlagstoff =
Estrichsand 0 bis 8mm Körnung
Bindemittel =
Anhydrit, Zement, A 35, Sopro Schnellzement, usw.
Zusatzmittel =
z.B. Anhydur SA, Mebonit V, Meborapid usw.
Wasser
Um die Stoffe mischen und verarbeiten zu können, muß
mehr Wasser der Mischung zu-gegeben werden, als der chemische
Abbindeprozess allein benötigt, das sog. Überschußwasser.
Dieses muß verdunsten, wodurch die Trochnungszeit der
Estriche entsteht. Die Belegereife muß durch Feuchtemessung
( CM-Messung ) festgestellt werden.
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Funktion des Estrichs:
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Von Hamm Estrich hergestellte Estricharten:
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Zementestrich ( ZE ):
Zement ist ein hydraulisches
Bindemittel. ZE erreicht seine Druck- und Biegezugfestigkeit unabhängig
von der Feuchtigkeit. "Er wird auch unter Wasser hart."
ZE hat ein hohes Schwindmaß,
d.h. während der Trocknungsphase wird der ZE, infolge Mas-severlust,
kleiner. Er zieht sich zusammen. Im frischen ZE werden deshalb
Kellenschnitte
(= Scheinfugen = Schwindfugen) eingeschnitten. Man gibt hierdurch
eine Sollbruchstelle vor, um wilde Risse zu vermeiden.
ZE hat ein hohes Wärmeausdehnungsmaß
(Wärmeausdehnungs-Koeffizient)
Vorteile:
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Er kann überall, auch
in Dauernaßbereichen, wie Terrassen, Balkone, Schwimmbecken
usw. eingesetzt werden.
Bei großen Flächen,
insbesondere, wenn diese Temperaturunterschieden (z.B. infolge
Sonneneinstrahlung oder Fußbodenheizung) ausgesetzt sind,
müssen Dehnfugenprofile eingebaut werden, die auch im Bodenbelag
übernommen werden müssen.
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Anhydritestrich ( AE ):
AE wird in Fachkreisen auch Calciumsulfatestrich
(CaSO4) genannt. Anhydrit ist chemisch sehr nahe mit Gips verwandt.
Gips hat eine faserförmige, kristalline Struktur. Wenn Gips
naß wird, lagert er Wasser ein und gibt dies sehr langsam
wieder ab. Durch die Feuchtigkeit ver-liert Gips seine Festigkeit.
AE hat eine würfelförmige, kristalline Struktur. Er
kann dadurch eingedrungenes Wasser leichter wieder abgeben. Wird
AE jedoch dauerhaft feucht gehalten, so verliert auch er seine
Festigkeit.
Sowohl das Schwindmaß,
wie auch das Wärmeausdehnungsmaß sind bei BAYER-AE
ver-nachlässigbar gering. Nicht jedoch bei allen AE Herstellern,
insbesondere nicht bei allen Fliesestrichen. Diese verwenden oft
REHA- oder Naturanhydrit, oder ein Gemisch davon.
AE erreicht seine Festigkeit,
im Gegensatz zu ZE, durch Trocknung.
Vorteile:
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Gerade bei thermisch belasteten
Flächen (FBHZ oder große Fensterflächen) und
bei sehr
großen zusammen hängenden Flächen ist AE ideal,
da er fugenlos verlegt werden kann.
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Wenn der Belag relativ schnell
aufgebracht werden soll, muß gegebenenfalls künstlich
getrocknet werden (Heizen, Lüften, Kondenstrockner). Hierfür
ist AE sehr gut geeignet, da er, aufgrund des niedrigen Schwindmaßes
hierauf gutmütig reagiert, während ZE sehr schnell
Schäden zeigt.
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Kann auch in Bädern
verlegt werden, wenn diese keinen Bodeneinlauf haben.
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Kunstharzestrich ( KHE ):
KHE ist mit Kunstharz gebundener
Quarzsand. Es wird kein Wasser hinzugefügt. Er ist bereits
nach 1 Tag belegbar. Er muß nicht trocknen, sondern nur
abbinden.
Wegen der hohen Kosten meist
nur für Reparaturen. Wir verwenden z.B. Knauf Eporasant,
im Innenbereich. Ardex Ardipox 2000 in Bereichen die z.B. mit
Staplern befahren oder feucht werden können.
Vorteil:
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Relativ teuer, durch hohe
Bindemittelkosten. (Epoxidharz)
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Eporasant kann nicht in dauerhaft
nassen Bereichen eingesetzt werden.
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ARDEX A35 - Schnellestrich:
Konkurrenz - Produkt zum Gußasphaltestrich
(GA).
A35 ist eine Komposition aus
schnell abbindenden Zement, Zusatzmittel und Gipsanteilen. Die
Gipsanteile binden das Überschußwasser dauerhaft, so
daß dieses nicht verdunsten muß. Hier ist besonders
zu beachten, daß bei der CM-Messung das gebundene Wasser
mit gemes-sen wird. D.h. die Verlegereife ist erreicht, obwohl
der festgestellte Wert um ca.2% höher liegt, als bei ZE.
Verlegereife ZE = 2%. Verlegereife A35 = 2% + 2% = 4%.
A35 ist abhängig von der
Umgebungstemperatur ca. 30min verarbeitbar. In sehr heißen
Sommern muß ggf. der Mischkessel und die Schläuche
gekühlt werden. Er ist bereits ca. 5Std nach der Verlegung
begehbar und nach ca. 24 bis 48Std belegbar.
Vorteil:
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Schnelle Belegbarkeit wie
beim GA.
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Es können ganz normale
Dämmstoffe und Folie verwendet werden, daher bei dicken
Auf-bauhöhen preiswerter als GA.
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Keine Geruchsbelästigung.
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Hohe Festigkeit und Punktbelastbarkeit.
- Keine Gefährdung von Bauteilen durch Hitze
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SOPRO Schnellzementestrich:
Kurze Verarbeitungszeit, schnelle
Begehbarkeit und schnelle Belegbarkeit, ähnlich wie beim
A35. Jedoch werden hier fein gemahlene Schnellzemente eingesetzt
und keine Gipsanteile. Die Abhängigkeit der Trocknung vom
Raumklima ist wesentlich höher als beim A35.
Es gibt den SOPRO B5, der schneller
belegbar ist und den SOPRO B15, der etwas länger braucht.
Preise wie beim A35.
Vorteil:
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Vorteile wie beim A35.
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Zusätzlich : Kann als
Schnellestrich auch in Dauernaßbereichen eingesetzt werden,
z.B. Duschen mit Gully, also Bodenentwässerung, Schwimmbecken
und -umgängen, Balkone und Terrassen usw.
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Dünnestrich (DE):
DE sind im Prinzip Spachtelmassen,
z.B. UZIN NC 195. Sie können in Schichtdicken von 5mm bis
50mm verlegt werden. NC 195 wird in 30kg Säcken angeliefert,
so daß nur noch Wasser hinzu gegeben werden muß. DE
sind Zement gebunden. Ein sehr hoher Kunststoff-anteil wirkt Verformungen
und Rissen, infolge des Schwindens, entgegen (sie sind schwind-arm).
DE müssen im Verbund zum Untergrund (Estrich oder Beton)
verlegt werden. D.h. sie werden an den Untergrund geklebt. Somit
wird ein Teil der Schwindspannungen auf den Un-tergrund übertragen.
Nur dadurch ist eine Verlegung in diesen Schichtdicken überhaupt
mög-lich.
DE werden flüssig eingebaut
und mit dem Rakel entlüftet. Sie sind selbst nivellierend.
Vorteil:
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Meist bei Sanierungen, wenn
infolge von geringen Höhen anschließender Bauteile
kein ZE oder AE verlegt werden kann. Geringe und unterschiedliche
Höhen möglich.
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Schnelle Belegbarkeit, meist
schon nach wenigen Tagen.
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In der Regel ist es erforderlich
den Untergrund mit dem Kugelstrahlgerät zu reinigen, dies
erhöht die Kosten.
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Das Material ist sehr teuer.
Bei einem Verbrauch von 1,6 kg pro mm und m², kommen schnell
große Mengen zusammen. Hierdurch m²-Preise, je nach
Dicke von 20,-€ und mehr.
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Bitumenemulsions - Estrich (BE):
Industrieestrich der im Verbund
zur Betonplatte hergestellt wird. Dicke max. 15-25mm. Wird mit
dem Flügelglätter verdichtet und geglättet.
Mischung aus Estrichsand, Split,
Zement und Bitumen.
Besonders für Bereiche mit
hohen Lasten, z.B. Lager Papierfabrik, bei dem tonnenschwere Lasten
mit Staplern bewegt werden.
Da man heute dazu übergegangen ist, bereits die Betonplatten
mit Flügelglättern zu glätten, ist der Markt für
diese Industrieestriche kleiner geworden.
Vorteil:
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Im Vergleich zu Epoxidharz
vergüteten Zement-Industrieestrichen relativ preisgünstig.
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Zäh-plastisch, neigt
nicht zur Rissebildung.
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Fugenlose Verlegung. (Nur
Bauwerksfugen müssen übernommen werden)
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Für schweren Staplerverkehr
geeignet.
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Wird kalt verarbeitet. (Keine
Verformung von Blechdecken in Lagerhallen, wie bei GA möglich)
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